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Ratgeber · Organisation

Flugleiterdienst im Verein planen

Von Sebastian Lemens · · 4 Minuten Lesezeit

An Vereinsflugplätzen hängt der Flugbetrieb oft daran, dass am Wochenende jemand im Turm sitzt. Der Dienstplan dafür entsteht vielerorts als Tabelle, die der Vorstand im Winter herumschickt. Hier steht, was die Rolle verlangt und wie ihr einen Plan baut, der die Saison übersteht.

Flugleiter oder Betriebsleitung?

Die LuftVZO spricht vom Flugleiter: Für Landeplätze kann die Genehmigungsbehörde nach § 53 Abs. 3 LuftVZO verlangen, dass der Halter einen Flugleiter bestellt. Die NfL 2024-1-3106 nennt dieselbe Rolle Betriebsleitung. Gemeint ist beides Mal die Person, die für den Halter den Flugbetrieb vor Ort beaufsichtigt. § 53 Abs. 3 LuftVZO; NfL 2024-1-3106 Ziff. 1

Die NfL stellt klar, was die Rolle nicht ist: keine Luftaufsicht, kein Flugverkehrsdienst. Der Flugleiter gibt keine Freigaben, lenkt keine Bewegungen und gibt keine Ausweichempfehlungen. Er handelt als Erfüllungsgehilfe des Halters. Primärquelle NfL 2024-1-3106 Ziff. 1 und 4

Aufgaben im Dienst

Ziffer 4 der NfL zählt die Aufgaben auf. Für den Dienstplan wichtig sind vor allem diese:

Dazu kommen die Regeln eurer Genehmigung, Flugplatzbenutzungsordnung und gegebenenfalls einer Dienstanweisung der Behörde. Manche Behörden haben Muster-Dienstanweisungen für Flugleiter herausgegeben. Was davon an eurem Platz gilt, steht in eurer Genehmigung.

Wer Flugleiter sein darf

Die NfL nennt Soll-Anforderungen an die Betriebsleitung: NfL 2024-1-3106 Ziff. 8

Für den Dienstplan heißt das: Führt eine Liste der eingewiesenen Mitglieder mit Datum der Einweisung. Nur wer darauf steht, wird eingeteilt. Eine jährliche Auffrischung vor der Saison, etwa beim Pilotenrefresher, erfüllt die Fortbildung und bringt alle auf denselben Stand.

Ein Dienstplan, der hält

1. Rahmen festlegen

Welche Tage brauchen einen Flugleiter? Meist Wochenenden und Feiertage in der Saison, dazu Veranstaltungen, Schulungstage oder Segelflugbetrieb. Legt fest, ob ein Dienst einen Tag oder ein ganzes Wochenende umfasst, und von wann bis wann.

2. Sperrtermine einsammeln

Fragt vor dem Verteilen ab, wer wann nicht kann: Urlaub, Schichtdienst, Familienfeste. Eine Frist hilft, sonst wartet der Plan auf den Letzten.

3. Gerecht verteilen

Gerecht heißt nicht nur gleich viele Dienste. Achtet auch auf Feiertage und Brückentage, auf Dienste in der Hochsaison und darauf, wer im Vorjahr mehr hatte. Ein Plan, den alle als fair empfinden, wird seltener getauscht.

4. Veröffentlichen und erreichbar machen

Der Plan muss für alle sichtbar sein, mit Telefonnummern. Wer seinen Dienst vergisst, hat ihn meist nicht vor Augen. Eine Erinnerung einige Tage vorher wirkt besser als jeder Aushang.

5. Tausch und Vertretung regeln

Tauschen ist normal. Regelt nur, dass ein Tausch im Plan landet und eine Vertretung nur durch ein eingewiesenes Mitglied erfolgt. Im Dienstbuch steht, wer den Dienst tatsächlich gemacht hat.

Wie viele Flugleiter ihr braucht

Eine einfache Rechnung zeigt früh, ob der Plan aufgeht. Angenommen, eure Saison hat 30 Wochenenden und dazu zehn Feiertage, und jeder Tag braucht einen Flugleiter. Das sind 70 Dienste. Mit 14 eingewiesenen Mitgliedern kommt jeder auf fünf Dienste im Jahr, mit sieben schon auf zehn. Wer weiß, dass erfahrungsgemäß ein Teil der Eingewiesenen kaum verfügbar ist, rechnet mit den Aktiven, nicht mit der Liste.

Geht die Rechnung nicht auf, gibt es drei Stellschrauben: mehr Mitglieder einweisen, halbe Tage statt ganzer Dienste, oder Tage ohne Betriebsleitung, wenn eure Behörde das genehmigt. Neue Flugleiter gewinnt ihr am leichtesten, wenn der Dienst gut vorbereitet ist: klare Checkliste, Software statt Kladde, ein erfahrener Flugleiter als Ansprechpartner am Telefon.

Dienstbeginn, Übergabe, Dienstende

Eine kurze Checkliste zum Dienstbeginn macht den Dienst für neue Flugleiter leichter und für die Behörde nachvollziehbar. Typische Punkte, die ihr an eure Genehmigung anpasst:

Bei der Übergabe an den nächsten Flugleiter stehen beide Namen und die Uhrzeit im Dienstbuch, dazu offene Flüge und Besonderheiten. Am Dienstende sind alle Flüge gelandet oder an die Selbstmeldung übergeben, wenn euer Platz ohne Betriebsleitung weiterfliegen darf. Wie das geht, steht im Ratgeber Fliegen ohne Flugleiter.

Das Dienstbuch

Neben dem Hauptflugbuch führen viele Plätze ein Dienstbuch: Dienstbeginn und -ende, Pistenwechsel, Vorkommnisse, NOTAM, Anrufe, Kontrollen. Es ist der Nachweis, dass der Dienst stattgefunden hat und was dabei passiert ist. Die Bewegungen selbst gehören ins Hauptflugbuch.

Und wenn niemand Dienst machen will?

Viele Vereine finden immer schwerer Flugleiter für jedes Wochenende. Seit der NfL 2024-1-3106 können Halter beantragen, zeitweise ohne Betriebsleitung zu fliegen. Dann melden die Piloten ihre Bewegungen selbst. Der Dienstplan verschwindet dadurch nicht, aber er kann sich auf die Tage konzentrieren, an denen ein Flugleiter wirklich gebraucht wird, etwa bei Schulung, Segelflug mit Winde oder Veranstaltungen. Wie ihr den Antrag vorbereitet, steht im Artikel zum Betriebskonzept.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen braucht ein Flugleiter?

Die NfL 2024-1-3106 nennt als Soll: volljährig, luftfahrtrelevante Kenntnisse (mit Pilotenlizenz erfüllt), Flugfunkzeugnis mindestens BZF II, Einweisung und regelmäßige Fortbildung. Eure Genehmigung kann mehr verlangen.

Darf der Flugleiter Freigaben erteilen?

Nein. Die Betriebsleitung ist kein Flugverkehrsdienst und gibt keine Freigaben, lenkt keine Bewegungen und gibt keine Ausweichempfehlungen.

Wie oft muss ein Mitglied Flugleiterdienst machen?

Das regelt euer Verein, etwa in der Flugbetriebsordnung oder per Vorstandsbeschluss. Ein Gesetz dazu gibt es nicht.

Was gehört ins Dienstbuch?

Dienstbeginn und -ende mit Namen, Übergaben, Pistenwechsel, Vorkommnisse, NOTAM und wichtige Anrufe. Die Starts und Landungen stehen im Hauptflugbuch.

Quellen

Abgerufen am 26.09.2026.

Dienstplan und Dienstbuch in Gegenanflug

Gegenanflug verteilt den Flugleiterdienst gerecht, mit Sperrterminen und Feiertagen, oder übernimmt euren Plan als CSV. Alle sehen den Plan mit Telefon per Klick, am Montag vor dem Dienst kommt die Erinnerung. Dienstbeginn, Übergabe und Pistenwechsel stehen von selbst im Dienstbuch.

Die Demo zeigt einen erfundenen Verein, ohne Anmeldung. Eure Anfrage beantwortet ein Mensch.